Illuminations parabelförmiges Klanggemälde aus Rock und Jazz – Rolf Wallenwein – Mannheim
Erst nach dem Tod von Alice Coltrane am 12.01.2007 (einen Tag vor Michael Brecker – welch Verluste für die Jazzwelt innerhalb so kurzer Zeit!), habe ich mich mehr mit der Musik von ihr auseinandergesetzt. Dabei habe ich auch dieses 1974 entstandene Album in Zusammenarbeit mit Carlos Santana entdeckt. Die Zusammensetzung der Band ist recht illuster und für die 1970er Jahre beinahe typisch: Alice Coltrane (Harfe, Wurlitzer Orgel, Arrangement der Streicher), Carlos Santana (Gitarren), Tom Coster (Piano), Dave Holland (Bass), Jack De Jonnette (Percussion + Drums), Jules Broussard (Flöte + Sopransaxophon) und viele weitere mehr an Tambouras, Congas usw. Die Musik ist ein Klangerlebnis mit Ausflügen in asiatische Welten (wie in Guri Sri Chinmoy Aphorism), stark dominiert von Santanas schneller und wie ich finde in Angel Of Sunlight sehr rhythmisch-hektischer Gitarre (aber auch die restlichen Musiker toben sich in diesem Stück gut aus), dann wieder abgleitend in ruhige shärische Klänge (wie in Angel Of Air/Angel Of Water, Bliss und Illuminations). Meist mag ich keine Geiger bei Jazz- oder Rockmusik, hier sind sie jedoch hervorragend arrangiert und passen sich bestens in das Klanggemälde ein. Ohne Angel Of Sunlight mit seinem typisch hektischen Santana-Stil aus dieser Zeit könnte es eine entspannende Platte sein, so ist es eine musikalische Parabel mit eindeutigem Höhepunkt. Der Genuss ist sehr zu empfehlen.
: ILLUMINATIONS Illuminations
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